Bühnenprogramm

Ab Freitag 17 bis ca. 21 Uhr und Samstag 12 bis ca. 18 Uhr wird es im Innenhof der Zitadelle ein spannendes Programm mit vielen handverlesenen Künstler:innen geben, welche die musikalische und rhythmische Untermalung zum Demokratiefestival beisteuern.  

Freitag 

17:30 The Incredible Herrengedeck 

18:00 Esels Alptraum 

19:00 Ahabs linkes Bein 

20:00 Ostberlin Androgyn 

 

Samstag

12:00 Al Farabi 

13:00 Maryam. fyi 

14:00 Yousef 

15:00 Graf Fidi 

16:00 Oihane Roach & Mc Josh 

17:00 BayBJane 

The Incredible Herrengedeck

Freitag, 17:30

The Incredible Herrengedeck kommen aus Berlin (bei Spandau) und machen Chanson Punk. 
Chanson Punk bedeutet drei Akkorde mit viel Text. Aber ohne Schlagzeug. Dafür mit Kontrabass, Klavier Gitarre, Humor und Haltung.

 

Esels Alptraum

Freitag, 18:00

Jodeln ist hochansteckend! Darum ist es kein Wunder, dass sich auch in Berlin das Jodeln pandemisch ausbreitet. Trotzdem klingt es in vielen Ohren immer noch nach Heimatkitsch oder Konservatismus.

Wir aber denken: Reaktionären und konservativen Kräften darf nicht das Feld überlassen werden! Nicht auf der Straße, nicht in den Köpfen und nicht in der Musik!

Es ist unsere Mission, die Jodelei aus der für viele Ohren immer noch bestehenden unheilvollen Allianz mit der geistigen Verkrustung zu befreien! Die Deutungshoheit des Musikantenstadls hat ein Ende!

Wir wollen diese lustvolle, sehnsüchtige, kraftvolle, diverse, globale und traditionelle Stimmtechnik mit unseren lachenden Mündern und scharfen Zungen feiern!

Love Yodel! Hate Fascism!

Ahabs Linkes Bein

Freitag, 19:00

Ahabs Linkes Bein spielen Musik zwischen zerbrechlicher Intimität und Krawall, zwischen rührend und räudig. Dabei wird sehnsuchtsvoll von kleinen Dingen gesungen, nur um kurz darauf verkatert und doch hocheloquent den Untergang zu predigen. Songtexte von leiser Poesie bis zu offener Anklage werden orchestriert durch eine Mélange aus Betonwüstenfolk, Seemannschanson und Großstadtbluegrass.

„Keine Ratten mehr im sinkenden Schiff, nur noch du und ich."

OSTBERLIN ANDROGYN

Freitag, 20:00

OSTBERLIN ANDROGYN ist ein Berliner Hip Hop/Trap/Bass–Trio bestehend aus SPOKE, Gregor Easy & KO aka Kanye Ost.

Die Rap Crew aus der Zone erregte erstmals Aufmerksamkeit mit dem von SPOKE produzierten "Takeover 2017" Video. Damit kam zu den Rappern GREGOR EASY und KANYE OST die SLOMO STUDIO Chefin SPOKE als fester Bestandteil zur androgynen Trap Clique dazu und ist seitdem Beatmakerin, Producerin & DJ der Gang.

Im Sommer 2018 gingen OSTBERLIN ANDROGYN gefeatured von der Lichtenberger Traplegende Rox aka Mau Mushi auf ihre erste Festivaltour inklusive Fusion, Dockville und Bucht der Träumer. Unterstützt von der Hamburger Agentur eq:booking, die Diversität im Musikbusiness fördern will, bespielen OSTBERLIN ANDROGYN regelmäßig Underground Clubs wie das Moloch (Hamburg), Mensch Meier (Berlin) oder das Institut für Zukunft / ifz (Leipzig).

Al-Farabi

Samstag, 12:00 Uhr

In der Al-Farabi Musikakademie treffen sich junge Menschen, die allein oder mit ihren Familien nach Deutschland geflüchtet sind, mit Kindern und Jugendlichen, die hier ansässig sind.

 

In Chor und Instrumentalgruppen erleben sie eine Gemeinschaft der Verschiedenen – und die universelle Kraft der Musik. Durch kurze Konzertfragmente von Spandauer Schüler*innen wird diese langjährige Zusammenarbeit der Zitadelle Spandau mit Al-Farabi - Musikakademie präsentiert. 

 

MARYAM.fyi

Samstag, 13:00 Uhr

Maryam ist Iranerin und Deutsche. Nicht halb-halb, sondern ganz. Als fünfte von sechs Geschwistern groß geworden, weiß sie sich durchzusetzen. Seit der Schulzeit zeigt sie großes Engagement zu “Empowerment”, “Antirassismus”, und dem Zugang zu medizinischer Versorgung für weniger Privilegierte Menschen.  So beginnt sie 2016 ihr Medizinstudium in Kiel. 

Wann Maryam das Singen beginnt, ist unklar. Es war immer schon da. Seit sie 8 Jahre alt ist, spielt Maryam Geige. Mit 13 Jahren singt sie ihr erstes Solo. Als Sopranistin nimmt sie bei „jugend musiziert“ teil und ersingt einen ersten Platz. Mit 21 Jahren greift Maryam dann im Kieler Opernchor das Singen wieder so richtig auf. Vor ungefähr zwei Jahren fängt Maryam an erste eigene Songs zu schreiben.  Sie weiß, was sie will. Das sind starke Melodien, gute deutsche Texte mit Hintergrund. Organische Klänge - elektronische Beats. Eine Künstlerin mit Meinung, Musik mit Anspruch.

Sie weiß auch, was sie nicht will und weiß auch, das klar zu betiteln! Keine Bevormundung durch männliche Figuren, kein Vermeiden von aufklärenden Gesprächen, wenn es um den Gebrauch von Sprache oder die Diskriminierung Schwächerer geht. 

Yousef Kekhia

Samstag, 14:00 Uhr

»Hal Ard Lamin?« (»Wem gehört diese Welt?«), fragt der syrische Singer-Songwriter Yousef Kekhia auf seinem 2019 erschienenen Debütalbum ›Monologue‹. Der gleichnamige Song ist ein kraftvolles, aber verletzliches Manifest gegen mentale und physische Grenzen, denen Yousef Kekhia Zeit seines Lebens ausgesetzt ist, die ihn vor allem seit Ausbruch der Revolution in Syrien und seiner Flucht aus Aleppo 2013 einengen und in seiner Entfaltung behindern. Als Songwriter und Aktivist, der selbst in Syrien und der Türkei mit Geflüchteten arbeitete, will er mit seinen Songs denjenigen eine Stimme geben, über die so viel geredet, denen aber kaum zugehört wird. Auf ›Monologue‹ vereint Yousef Kekhia zeitgenössische Folk-Musik und elektronische Versatzstücke mit arabischen Texten.

Graf Fidi

Samstag, 15:00 Uhr

Mehr Menschen mit Behinderungen müssen in der Öffentlichkeit und im Rampenlicht zu sehen sein. Denn nur, wenn Vielfalt vorgelebt wird, kann eine vielfältige, offene Gesellschaft wachsen. Dafür setzt sich Graf Fidi ein –als Rapper, Sozialarbeiter und Diskutant auf verschiedenen Bühnen rund um Inklusion.

 

„Es ist normal, verschieden zu sein“. Graf Fidi macht diese Botschaft zu seinem Beruf. Geboren mit einer Gehbehinderung und sechs Fingern meistert der Rapper und Inklusionsbotschafter seinen Job und seine Leidenschaft –die Musik. Sein Motto dabei: „Ich mach das mit links!“ Fidi engagiert sich gegen Diskriminierung und für Inklusion und Barrierefreiheit.

Er beweist, dass man trotz körperlicher Einschränkungen alles wollen kann. Dies ist die Botschaft und der Taktgeber für jeden Auftritt von Graf Fidi. Auch wenn er sich als Sprachrohr für Menschen mit Behinderung versteht und Inklusion auf und hinter der Bühne lebt, ist sein musikalisches Repertoire dabei vielseitig und nicht nur auf seine Behinderung fokussiert. In erster Linie verbreitet seine Musik gute Laune und hin und wieder zieht er sich gerne auch mal selbst verbal durch den Kakao

MC Josh & Oihane Roach

Samstag, 16:00 Uhr

Die in Berlin lebende Oihane Roach ist Sängerin, Songwriterin und Komponistin. In ihren Songs erzählt sie transgenerationale Geschichten von Liebe und Solidarität. Mit ihrer warmen, klaren Stimme und ihren poetischen Lyrics erzeugt sie einen bewegenden Sound, der sich zwischen Soul, Singer-Songwriter und alternativem Pop bewegt. Oihane Roach ist mit ihren Songs in unterschiedlichen Bandkonstellationen aufgetreten und brachte Anfang diesen Jahres ihre Debüt-EP „Patterns“, sowie gemeinsam mit MC Josh die Single „Dein Brief“ heraus.

MC Josh ist in Berlin geboren. Schon als junge Nachwuchskünstlerin wurde sie im Freundeskreis als geheimer Favorit gehandelt, kurze Zeit später legte MC Josh dann nach und präsentierte ihre kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme in Konzerten und auf Jams. Sie rappt auf Deutsch und ihre Texte behandeln über Frauenrechte bis hin zur sozialen Ungerechtigkeit diverse Themenfelder. Sie engagiert sich im sozialen Bereich und arbeitet unter anderem mit Jugendlichen in einem Jugendclub in Wedding. Derzeit arbeitet sie an ihrem Debut Album.

BayBJane

Samstag, 17:00 Uhr

Der 148cm „große“ BayBJane ist die kleinste Drag Queen der Welt und

hat in den letzten 20 Jahren als Performing Artist mehr erreicht als so manch anderer in seiner gesamten Karriere. Doch ist der Brain-Fuck-Meister viel mehr als eine Drag Queen. Um ganz ehrlich zu sein, gibt es keine adäquate Bezeichnung für seine Kunst. Bunt, schrill, unberechenbar, androgyn, humorvoll und komplett anders sind nur ein paar passende Adjektive für seine ungewöhnliche Art, Menschen simultan zu begeistern und schockieren.

 

Das Thema Diversität liegt mir seit Jahren schon am Herzen. Durch meine langjährige Performance-Tätigkeiten in Clubs und im Kulturbereich ist mir immer wieder aufgefallen, dass Clubs auch (ungewollt) Menschen aufgrund ihrer Behinderung, Sexualität, Religion, Hautfarbe und ihrer Herkunft diskriminieren. Dies kann aufgrund einer mangelnden Beschäftigung mit Diversität in unserer Welt entstehen, durch einen Mangel an Mitteln (Zeit oder Geld) oder auch einfach durch Ignoranz.